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Bethlehem

Ein Kirmesplatz namens Bethlehem

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Bezeichnung

Ein älteres Bild von Bethlehem

Ein älteres Bild von Bethlehem

Unmittelbar am Schützenplatz gelegen, befindet sich der Kirmesplatz. Er ist ungefähr zu zwei Dritteln im Besitz der Oerlinghauser Schützengesellschaft und wird während der Schützenfeste als Kirmesplatz genutzt.

Die Schützen und auch Besucher der Schützenfeste sprechen seit vielen Jahren von „Bethlehem“, wenn von diesem Platz die Rede ist.

Der Oerlinghauser „Heimatforscher“ und Schützenbruder Werner Höltke hat sich in den letzten Jahren mit der Geschichte dieses Platzes beschäftigt und auch herauszufinden versucht, wie der ungewöhnliche Name „Bethlehem“ für den heutigen Kirmesplatz entstanden ist.

Er hat herausgefunden, dass der Uhrmacher Reuter, Vorgänger von Uhrmacher Sprenger, sein Geschäft in der Hauptstraße in Oerlinghausen aufgegeben hat, um von seinen Ersparnissen eine Reise zu den biblischen Stätten im Heiligen Land zu machen. Er hat wahrscheinlich im Jahre 1872 in einem deutschen Hafen ein Schiff bestiegen, mit dem er nach einer mehrwöchigen Fahrt nach Palästina gelangte. Dort lernte er in Jerusalem und Bethlehem Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten kennen. Nach seiner Rückkehr nach Oerlinghausen hatte er viel zu erzählen. Besonders überrascht soll er über die geringe Entfernung zwischen Jerusalem und Bethlehem gewesen sein. Beispielhaft beschrieb er diese Entfernung so, als wenn in Niederbarkhausen die Grabeskirche von Jerusalem stünde und auf dem Platz am Steinbült sich der Ort Bethlehem befinden würde. Diese anschauliche Beschreibung ist bei den Oerlinghausern offensichtlich so eindrucksvoll im Gedächtnis geblieben, dass auch im Jahre 1926 von „Bethlehem“ gesprochen wurde, als dort zum ersten Mal eine Kirmes anlässlich des Schützenfestes aufgebaut wurde.

Wie sehr sich der Name „Bethlehem“ auch nach 1951, also dem Jahr des ersten Schützenfestes nach dem 2.Weltkrieg, in der Bevölkerung eingeprägt hat, mag man daran erkennen, dass einer der Oerlinghauser Ärzte, Dr. Paul Rieso, zu sagen pflegte: „Das schönste Vergnügen am Schützenfest ist es für mich, auf „Bethlehem“ einige Runden mit dem Kettenkarussell zu drehen“.