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Jul 09

Oscarreife Leistungen in „Oerlywood“

Juxtruppen schießen humorige Pfeile ab

„Schön, dass es hier nachtaktive Humoristen gibt. Da wird sogar das Rathaus über Nacht zum Adventskalender.“ Bürgermeisterin Dr. Ursula Herbort weiß, dass sie am Schützenmontag die Regierung der Stadt an die Schützen abgeben muss.

Die haben sich seit 6.30 Uhr auf der Detmolder Straße versammelt, Bier und Melm’scher machen die Runde. Manche können nur mit Sonnenbrille klarkommen, andere sind fit. Ihno Zimmermann krächzt ein wenig. „Ich habe gestern zu viel geraucht“, sagt der neue Spieß der 4. Kompanie. Ja klar. Pünktlich um 7 Uhr setzt der Zug sich in Bewegung, Richtung Rathausplatz. Dort werden die Schützen von Bürgermeisterin Herbort empfangen.

Den Auftakt der Juxtruppen macht die Bergwacht. Eine Oscarverleihung gibt es in „Oerlywood“. Und das Besondere an dieser Auszeichnung für die Hauptdarstellerin des einzigen Filmes des Wettbewerbs: Sie hat in dem Filmchen gar nicht mitgespielt. Sie sei ein „joggendes Tönsberghuhn“, sagt Laudator Wolfgang Blume. „Immer nüchtern und juristisch Advokats Liebling. Eine Frau wie die Bildzeitung: Unparteilich und überabhängig.“ Der Oscar für die beste Darstellerin geht an Dr. Ursula Herbort.

Wie immer nehmen die Bergwächter kein Blatt vor den Mund und schlachten die fälschlich behauptete Vorteilsnahme im Amt herzhaft aus. Deshalb geht auch die Goldene Kamera an Andreas Schröder, der allerdings nicht anwesend ist.

Die Vümpfte nimmt die zahlreichen Zuschauer mit auf eine Reise durchs Jahr. Moderator Kristian Hoffmann prophezeit, dass Oerlinghausen den Preis „WDR 5 für eine Stadt“ bekommt, weil der „an die Stadt mit der schlechtesten Bürgerbeteiligung geht“. Er spricht davon, wie im Sommer Herbort den Hengst Bürokrates beim Turnier des Reitvereins „Lippische Rose“ bändigen wird. Und im Dezember werden aus den Rathausfenstern Weihnachtslieder erschallen, und die Bürgermeisterin wird ein Krippenspiel aufführen.

Quelle: Neue Westfälische