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Aug 08

47 Mädchen und Jungen beteiligten sich an der »Schützenolympiade«

Eine Nacht im »Olympischen Dorf«

artikel83194»Hast Du denn nun schon ab­ge­drückt oder nicht?« Die Acht­jäh­rige weiß es nicht ge­nau. Die Frage des Be­treu­ers Bas­tian Da­witz lässt sich erst nach ei­nem Blick auf die kleine weiße Papp­scheibe be­ant­wor­ten. Tatsäch­lich: Sie weist schon ein klei­nes Loch auf. Kein Pro­blem. Wie so viele der Kin­der steht das Mäd­chen zum ers­ten Mal im Schieß­stand. Des­halb nimmt sich Bas­tian Da­witz viel Zeit und er­klärt ihr den Me­cha­nis­mus. »­Beim Luft­ge­wehr gibt es kaum einen Druck­punk­t«, sagte Da­witz. »­Des­halb wird ein Schuss ganz schnell aus­gelöst.« Trotz der an­fäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten ka­men am Ende doch noch be­acht­li­che 22 Punkte zu­sam­men.

­Der elf­jäh­rige Jo­nas war mit sei­nem Er­geb­nis sehr zu­frie­den. »Hier habe ich voll in die Mitte ge­trof­fen«, sagte er stolz und zeigte seine Schieß­karte vor. »Das Loch habe ich erst gar nicht ge­se­hen.« Ge­mein­sam mit sei­nem jün­ge­ren Bru­der Mo­ritz nahm Jo­nas zum ers­ten Mal teil. »Ich habe das Schießen als letzte Dis­zi­plin ge­macht, dann herrscht nicht so ein großes Ge­dränge und ich habe mehr Ruhe beim Zie­len«, meinte er. Dass auf dem Schieß­stand so­gar fünf Ge­wehre ne­ben­ein­an­der in­stal­liert sind und be­dient wer­den kön­nen, fand Jo­nas schon sehr be­acht­lich.

Das Schießen mit dem Luft­ge­wehr war ebenso wie das Lau­fen auf Zeit Be­stand­teil des Som­mer-Bi­ath­lons, den sich die Schüt­zen für die »­Olym­pia­de« aus­ge­dacht hat­ten. Pa­trick Bock­win­kel, der dem Of­fi­ziers­corps an­gehört, stan­den wei­tere 18 Frei­wil­lige zur Sei­te, die sich auf dem Schüt­zen­platz am Stein­bült um die Kin­der und Ju­gend­li­chen küm­mer­ten. 2009 be­tei­ligte sich die Oer­ling­hau­ser Schüt­zen­ge­sell­schaft erst­mals an den Fe­ri­en­spie­len. Nach den gu­ten Er­fah­run­gen wurde das An­ge­bot noch um ein Zelt­la­ger er­wei­tert. »­Die Re­so­nanz war enor­m«, meinte Bock­win­kel. »­Mit 47 Mäd­chen und Jun­gen ha­ben wir nicht ge­rech­net. Die meis­ten wol­len selbst­ver­ständ­lich auch ü­ber Nacht blei­ben.« Schüt­zen­oberst Rai­ner Kös­ter war von dem Trei­ben ganz be­geis­tert. »Rich­tig toll, wie der Schüt­zen­platz ge­nutzt wird«, sagte er bei sei­nem Kurz­be­such. »Wir ha­ben hier ja auch alle Mög­lich­kei­ten, auch Sa­nitär­an­la­gen sind ja vor­han­den.«

artikel83195Nach den An­stren­gun­gen der »­Olym­pia­de«, die mit Punk­ten be­wer­tet wur­de, konn­ten sich die Kin­der an wei­te­ren Spiel­sta­tio­nen ver­gnü­gen: beim Tor­wand­schießen, am Na­gel­bal­ken und beim Ei­er­lau­fen ü­ber meh­rere Trep­pen kam es we­ni­ger auf Zeit, son­dern mehr auf Ge­schick­lich­keit an. Die Zeit ver­geht schnell, des­halb müs­sen schon bald die Zelte auf­ge­baut wer­den. Hier sind die Be­treue­rin­nen und Be­treuer von der Schüt­zen­ge­sell­schaft ge­fragt, denn ganz ohne hel­fende Hand wol­len die »Iglus« ein­fach nicht ste­hen blei­ben.

­Spiel und Sport ma­chen hung­rig, des­halb gab es Würst­chen vom Grill und kühle Ge­trän­ke. Zu ei­nem ech­ten Zelt­la­ger gehört auch ein La­ger­feu­er. Die Kin­der und Ju­gend­li­chen hal­fen gern mit, das Holz auf­zu­schich­ten und zu ent­zün­den. Mit Lie­dern zur Gi­tarre ver­setzte Schüt­zen­bru­der Bernd Ober­schelp dann die Gruppe in eine ro­man­ti­sche Stim­mung. Zum Aus­klang bra­chen Kin­der, Ju­gend­li­che und Be­treuer noch zu ei­ner Nacht­wan­de­rung auf. »Wir hof­fen, dass an­sch­ließend alle so müde sind, dass auch Nachtruhe ein­kehr­t«, meinte Pa­trick Bock­win­kel. Am nächs­ten Mor­gen ging das Zelt­la­ger mit ei­nem Frühstück zu En­de.

Quelle: Lippe Aktuell