Hasentraum auf Generalversammlung geplatzt

Rüdiger Zirbs zum Offizier gewählt / Ex-König Klaus Büker erklärt seinen Austritt

Oberst Reiner Köster überreicht Dieter Spilker (r.) als besonderes Geschenk das von Kristian Hoffmann gestaltete Modell des alten Kassenhäuschens. Der scheidende Zahlmeister zeigt sich sichtlich erleichtert, nicht mit dem Original vorlieb nehmen zu müssen

Oberst Reiner Köster überreicht Dieter Spilker (r.) als besonderes Geschenk das von Kristian Hoffmann gestaltete Modell des alten Kassenhäuschens. Der scheidende Zahlmeister zeigt sich sichtlich erleichtert, nicht mit dem Original vorlieb nehmen zu müssen

Einen Moment lang mag Dieter Spilker angst und bange geworden sein. Verkündete Oberst Reiner Köster bei der Generalversammlung der Oerlinghauser Schützen doch, dass die Kameraden ihm als Abschiedsgeschenk nach 15 Jahren Zahlmeistertätigkeit das alte Kassenhäuschen schenken wollten. Sichtliches Aufatmen dann. Nicht das Original, sondern einen von Kristian Hoffmann gefertigten Modell-Nachbau bekam Spilker überreicht.

Auch dem Oberst gefiel das Modell „viel besser als das Original“. Noch aber sei keine sinnvolle Lösung gefunden worden, was mit dem ausrangierten Relikt passieren solle. „Also lassen wir es noch stehen und denken weiter nach“, verkündete Köster, für den das Schützenleben ohne Kassenhäuschen eher denkbar ist, als das ohne Dieter Spilker. „Es fällt mir schwer, mir eine Zusammenarbeit im Vorstand ohne Dich vorzustellen“, sagte Köster und lobte die Ära des Zahlmeisters, der die Finanzen „stets und ständig im Visier behalten“ habe, als große Erfolgsstory.

Ex-Schützenkönig Klaus Büker hat seinen Austritt erklärt.

Ex-Schützenkönig Klaus Büker hat seinen Austritt erklärt.

Alles andere als eine solche erlebte Klaus Büker, genannt Hase. Nach dem Ausscheiden von Offizier Volker Niestrath hatte sich der 58-jährige Ex-Schützenkönig zur Wahl gestellt, um sich seinen Herzenswunsch, einmal im Leben im erweiterten Vorstand mitzuarbeiten, zu erfüllen. Zu später Stunde bekam Büker das ernüchternde Ergebnis präsentiert. Nur 31 Stimmen für ihn, 87 für seinen jüngeren Mitbewerber Rüdiger Zirbs (41). Büker wartete bis zum Punkt „Verschiedenes“, um seiner Enttäuschung Luft zu machen.

40 Jahre lang gehöre er der Schützengesellschaft an, nie habe er ein Geheimnis daraus gemacht, in vorderer Position mitarbeiten zu wollen. „Dafür habe ich gelebt, dafür bin ich König gewesen.“ Bereits zweimal sei er durchgefallen, jetzt ein drittes Mal. „Das ist für mich die größte Schmach und Schande in meinen Leben“, ließ Büker die Kameraden wissen. Weil er nicht mehr der ewige Verlierer sein, sondern aufrecht in den Spiegel schauen wolle, „erkläre ich meinen Austritt aus der Gesellschaft und verabschiede mich mit einem traurigen Horrido“.

„Ausgesprochen betrüblich“ fand Oberst Köster diese emotionale Entscheidung, verwies jedoch auf die bestehenden Regularien. Alfons Guckel, Bernd Michalski, Andre Schindowski, Frank Unterkötter, Jens Hartmann, Wolfgang Blume, Ralf Klocke und Christian Mohrenstecher wurden in ihren Offiziersämtern bestätigt. Klaus Meschede bleibt für weitere drei Jahre Geschäftsführer. Er gab die aktuellen Zahlen bekannt. Danach haben die Oerlinghauser Schützen derzeit 1.035 Mitglieder (Vorjahr 1026). Der Altersdurchschnitt beträgt 47,8 Jahre (Vorjahr 47,5).

Neuer Zahlmeister und Nachfolger von Dieter Spilker ist Banker Thorsten Riesenberg (40). Er wurde zugleich zum Leutnant befördert. Über die Silberne Ehrennadel des Westfälischen Schützenbundes für besondere Leistungen durfte sich Hauptmann Rolf Becker freuen.

Hartmut Schober (l.) hatte für Rolf Becker (r.) die Silberne Ehrennadel des Westfälischen Schützenbundes für besondere Leistungen mitgebracht. Oberst Reiner Köster freut sich mit.

Hartmut Schober (l.) hatte für Rolf Becker (r.) die Silberne Ehrennadel des Westfälischen Schützenbundes für besondere Leistungen mitgebracht.

Oberst Reiner Köster hatte bereits zu Beginn der Versammlung ein positives Jahres-Resümee gezogen. Die Besucherzahlen beim Kinderschützenfest seien sehr erfreulich gewesen. Auch am Schützenfest-Samstag hätten deutlich mehr Besucher gezählt werden können. Hier habe sich die weitflächige Werbung ausgezahlt. Dennoch konnte der Oberst nicht verhehlen, dass er „gewisse Dinge mit Sorge“ sieht. Köster meinte insbesondere die mit öffentlichen Geldern geförderte Veranstaltung „Ab in die Mitte“.

Wenn die Politiker Engagement verlangten, und den Schützen durch die entstehende Konkurrenzsituation „auf der anderen Seite das Wasser abdrehen, dann ist das nicht in Ordnung“, meinte Köster. Schließlich könnten die Bürger „die Mark nur einmal ausgeben“. Bürgermeisterin Dr. Herbort hatte den leisen Unterton wohl gehört und versprach, die Bedenken weiterzugeben. „Natürlich wissen wir es zu schätzen, was Sie als Traditionsverein ohne städtische Unterstützung leisten“, betonte Herbort.

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