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Dez 05

Schützenkönigin Anja Salitter wurde am Marterpfahl gefesselt

»Indianer« beim Winterball

Nicht nur mit Indianern, auch mit den »Kampf-Enten« (links) musste das Königspaar Sören Grote und Anja Salitter so manches Abenteuer bestehen

Nicht nur mit Indianern, auch mit den »Kampf-Enten« (links) musste das Königspaar Sören Grote und Anja Salitter so manches Abenteuer bestehen

Für einen Abend wurde das Stadt­ho­tel in Oer­ling­hau­sen aus sei­nem Dorn­rö­schen­schlaf wach­geküsst. Dies war der be­son­dere Wunsch der Schüt­zen­ge­sell­schaft, um den Saal im ers­ten Stock für ih­ren Win­ter­ball zu nut­zen- Und wie in frühe­ren Zei­ten ging es am ver­gan­ge­nen Sams­tag ü­beraus le­ben­dig zu. Rund 200 Gäste konnte Oberst Rei­ner Kös­ter in dem voll­be­setz­ten Saal be­grüßen. Er freute sich ü­ber das große In­ter­esse und die gute Stim­mung. »Wir sind froh, dass das Stadt­ho­tel für uns wie­der zugäng­lich ist«, sagte er. »­Die Räum­lich­kei­ten sind großzü­gig ge­stal­tet, so dass wir auch die Schüt­zen­tra­di­tion gut rü­ber­brin­gen kön­nen.« Da­nach eröff­nete das am­tie­rende Kö­nigs­paar Sören Grote und Anja Sa­lit­ter den Ball, und so­gleich stürz­ten sich zahl­rei­che Tanz­be­geis­terte auf das Par­kett.

Zu den Klängen des Party Symphonie Orchestras schwangen die Oerlinghauser Schützen das Tanzbein

Zu den Klängen des Party Symphonie Orchestras schwangen die Oerlinghauser Schützen das Tanzbein

Das Trio »Party Sym­pho­nie Or­che­stra« hatte die rich­ti­gen Hits vor­be­rei­tet, so dass es nie­man­den lange auf dem Stuhl hielt. Von der an­ge­reg­ten At­mo­s­phäre ließen sich auch der stell­ver­tre­tende Bür­ger­meis­ter Erich Schmitt und je eine Ab­ord­nung der Dalb­ker Schüt­zen­ge­sell­schaft, der Bun­des­wehr-Pa­ten­kom­pa­nie aus Au­gust­dorf an­ste­cken. Be­son­ders be­grüßt wur­den Ma­jor Paul Smith so­wie zehn Mit­glie­der des 7. Trans­port­re­gi­ments RLC mit ih­ren Part­ne­rin­nen. Die in Bie­le­feld sta­tio­nier­ten Englän­der wa­ren in die­sem Som­mer ge­mein­sam mit fünf Oer­ling­hau­ser Schüt­zen für ei­nige Tage nach Lon­don ge­fah­ren, um ih­nen die Be­son­der­hei­ten der Haupt­stadt ein­mal aus ei­ner an­de­ren Per­spek­tive näher­zu­brin­gen. Den Wach­wech­sel am Buck­ing­ham Pa­lace zum Bei­spiel er­leb­ten die Bergstäd­ter aus nächs­ter Nähe mit.

An den Marterpfahl mit Königin Anja Salitter. Sie wurde aber durch ihren König befreit.

An den Marterpfahl mit Königin Anja Salitter. Sie wurde aber durch ihren König befreit.

Tra­di­ti­ons­gemäß sor­gen die neun Thron­da­men im Laufe des Abends für eine hu­mor­volle Ein­la­ge. Da sich die Kö­ni­gin stark für das Werk des Schrift­stel­lers Karl May in­ter­es­siert, er­gab sich das Motto für die Sho­wein­lage fast von selbst. Und im Handum­dre­hen fand sich Anja Sa­lit­ter an ei­nem Mar­ter­pfahl fest­ge­bun­den wie­der, nach­dem eine Gruppe von In­dia­nern den Saal ge­stürmt hat­te.

Wäre Karl May je­mals nach Lippe ge­kom­men, hätte er die Chance ge­habt, das in­zwi­schen ver­ges­sene Berg­volk der »­Thron-Apat­schen« ken­nen­zu­ler­nen. Diese Wis­sens­lü­cke konnte je­doch Bernd Ober­schelp (als Karl May) recht schnell schließen. In be­red­ten Wor­ten klärte er den Schüt­zenkö­nig Sören Grote ü­ber die Be­din­gun­gen auf, um die Re­gen­tin wie­der zu be­frei­en. Im all­ge­mei­nen To­hu­wa­bohu konnte seine Ma­jestät zunächst die Auf­gabe »­bitte drei Fes­seln lö­sen« akus­tisch nicht ver­ste­hen und fürch­tete schon, es müsse »drei Fäs­ser löh­nen«.

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Humorvolle Einlage beim Schützenball: Auch als wilde Gesellen hinterließen die Throndamen und ihre Partner einen überzeugenden Eindruck.

Humorvolle Einlage beim Schützenball: Auch als wilde Gesellen hinterließen die Throndamen und ihre Partner einen überzeugenden Eindruck.

Die erste Auf­gabe be­stand dar­in, mit ei­nem Schwarm der berüch­tig­ten »­Kampf-En­ten aus dem Schop­ke­tal« einen Tanz auf­zu­führen. Im zwei­ten Teil musste er das berühmte »rote Pferd« aus dem Schla­ger vor ei­ner Biene be­schüt­zen. Und schließ­lich galt es noch, die Künste der Cow­boys mit dem Lasso nach­zuah­men. Mit hef­ti­gem Ap­plaus be­schei­nigte das Pu­bli­kum dem ge­plag­ten Schüt­zenkö­nig, alle Prü­fun­gen her­vor­ra­gend be­stan­den zu ha­ben. Da­mit durfte er seine Kö­ni­gin wie­der los­bin­den. »Ich danke den Thron­da­men«, so Gro­te. »und ich hof­fe, dass wir im nächs­ten Jahr auch wie­der an die­ser Stelle fei­ern – dann möchte ich selbst aber nicht mehr hier im Ram­pen­licht ste­hen.«

Hu­mor­volle Ein­lage beim Schüt­zen­ball: Auch als wilde Ge­sel­len hin­ter­ließen die Thron­da­men und ihre Part­ner einen ü­ber­zeu­gen­den Ein­druck.

Quelle: Lippe-Aktuell