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Nov 04

Tattoos und Zottelfrisuren bei der Grün-Weißen Nacht der Schützen

Mit „The Voice of Schützen“ stellt der Oerlinghauser Thron vor 250 Besuchern eine Castingshow auf die Beine. Musikalisch geht es hart zur Sache.

Schräg: Helene K. and the Thron Toys spielen eine Metal-Version von „Atemlos“. Wie ein Derwisch fegt Bandmitglied Markus Höhne durch die Halle und drischt wild auf sein Glockenspiel ein. Dem Königspaar Sebastian Boer und Christiane Hoffmann gefällt es.

„Cordula grüüüün“ schallt der Song von den „Draufgängern“ durch die Schützenhalle auf dem Festgelände am Steinbült. Dicht gedrängt stehen die 250 Besucher der Grün-Weißen Nacht der Oerlinghauser Schützen in einem großen Pulk um die Tanzfläche herum – manche auf Stühlen, um besser einen Blick auf die Tanzfläche werfen zu können. Denn dort geht gerade das Finale von „The Voice of Schützen“ über die Bühne – einer Castingshow, die es so noch nie gegeben hat.

Für ihren Auftritt – ein Highlight bei jeder Grün-Weißen Nacht – hatte die Throngemeinschaft einen Gesangs-Wettbewerb auf die Beine gestellt. Natürlich kamen als Jury von „The Voice of Schützen“ nur König Sebastian Boer, Königin Christiane Hoffmann, Bierkönig Friedrich Diekhof und Bierkönigin Gisela Diekhof in Frage.

Als erste Gruppe bat Moderator Raphael Peters „The Flying Stukenbrocks“ (den Spielmannszug der St. Johannes Schützenbruderschaft Stukenbrock) auf die Bühne, die sich musikalisch marschierend den kritischen Augen der Regenten stellten. Fix schnellten die Schilder der Jury in die Höhe – vier grüne Daumen und viel Applaus gab es für die erste Truppe, die allerdings ziemlich große Konkurrenz hatte.

Denn als „Marko und seine Kastanienkrüger“ (Marko Micanovic, Lutz Gronemeyer, Stefan Heißenberg, Christian Hochwald und Ralf Klocke) auf die Bühne traten, wurde es ziemlich laut. Im Nu schaffte es das durch seine Auftritte bei der MSKK-Show am Schützenfestmontag erfahrene Quintett, das laut mitklatschende und johlende Publikum mitzureißen. Riesiger Beifall und erneut vier grüne Daumen der Jury waren der verdiente Lohn für die interessant frisierte Schlager-Boy-Band.

Doch damit war der Höhepunkt bei „The Voice of Schützen“ noch lange nicht erreicht. Als Top-Act angekündigt, enterten Helene K. (Anette Hoffmann) und ihre „Thron Toys“ mit einer Metal-Version von „Atemlos“ die Schützenhalle – sehr zur Freude von Schützenkönig Sebastian Boer, der als Liebhaber harter Gitarrenriffs bekannt ist.

Von oben bis unten tätowiert, die zum Headbanging benötigten langen Haare, Jeanskluft, dunkle Shirts, Sonnenbrillen – mit den „Thron Toys“ (Markus Höhne, Katrin Zimmermann, Peggy Kerkhoff, die für ihren in der Reha weilenden Mann Thorsten eingesprungen war, Tilo Kochsiek und Jonathan Hoffmann) lieferten echte Rockröhren eine mitreißende Show ab.

Besonders Markus Höhne fegte mit seiner langen Zottelmähne wie ein Derwisch durch die Halle und hämmerte wild auf seinem feuerspuckenden Glockenspiel herum. Beifall, Jubel, lautes Gejohle, Zugabe und sogar Ausziehen-Rufe – das Publikum und auch die Jury waren völlig aus dem Häuschen.

Das große Finale war das aber immer noch nicht. Zum Schluss bat Moderator Raphael Peters mit „King Boer the First“ und „Queeny Christiane“ zwei majestätische Jurymitglieder ins Rampenlicht, die gekonnt mit allen „The Voice of Schützen“-Bands, dem Thron und dem Publikum „Cordula Grün“ performten und unter riesigem Jubel die erste Auflage von „The Voice of Schützen“ beendeten.

„Ein wahnsinnig toller Auftritt“, lobte Christian Landerbarthold, Vorsitzender und Oberst der Oerlinghauser Schützen, die gerade gesehene Show, während sich fix die Tanzfläche füllte. Dort übernahm DJ Niklas Kramer von „Klangkunstwerk“ anschließend die Regie, um mit den Gästen eine flotte Party zu feiern, die die Grün-Weiße Nacht ist.

„Mit dem Besuch sind wir sehr sehr zufrieden“, sagte Christian Landerbarthold über die proppevolle Schützenhalle, die von der Throngemeinschaft dekoriert worden war.

 

Sektbar auf dem Feldherrenhügel

Zum zweiten Mal hatte die Grün-Weiße Nacht in der Schützenhalle stattgefunden. Im Gegensatz zum Vorjahr war die Sektbar diesmal auf dem Feldherrenhügel aufgebaut und bunt illuminiert worden – so wie das Gelände. Herzhafte Stärkungen wurden von Heiko Janz und seinem Team serviert. Neben Einwohnern und Schützen aus der Bergstadt, hatten auch die Gastvereine aus Dalbke und Stukenbrock, dessen Spielmannszug sowie die Ausbildungsunterstützungskompanie 212 aus Augustdorf den Weg nach Oerlinghausen gefunden.