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Jul 04

Viel Nettes am Rande

Schützen zeichnen Trinkfestesten aus und ziehen mit Trompeten in die Eisdiele ein

Spaßig: Die scheidende Königin Gudrun Buschke, verkleidet als Sarottimohr, hat Teufelchen Ursula Upmeyer am Montagmorgen auf den Schoß genommen. Beide schunkeln mit ebenso viel Freude zu Karnevalsrhythmen wie Monika Ladugga (l.). Manche Kopfbedeckung sorgt für Spott bei den Herren.

Spaßig: Die scheidende Königin Gudrun Buschke, verkleidet als Sarottimohr, hat Teufelchen Ursula Upmeyer am Montagmorgen auf den Schoß genommen. Beide schunkeln mit ebenso viel Freude zu Karnevalsrhythmen wie Monika Ladugga (l.). Manche Kopfbedeckung sorgt für Spott bei den Herren.

Die tollen Tage sind vorüber, viele Schützen und Festbesucher haben auch den gestrigen Dienstag noch gebraucht, um wieder fit für das normale Leben zu werden. Den meisten wird auch das Schützenfest wohl bestens in Erinnerung bleiben.

Zum Beispiel den Schwestern, Ulla Schroedter und Bärbel e Calatayud. Die Hamburgerinnen verließen Sonntagfrüh den Platz, um für den Schützenaufmarsch am nächsten Morgen ab 6.30 Uhr fit zu sein. Als sie bei einem Schauer Unterschlupf im Kastanienkrug suchten, wurden sie von Schützenbrüdern zum Bier eingeladen. Die Damen sollen die Aktionen am nächsten Morgen mit wässrigen Augen verfolgt haben.

Für eben diesen Morgen hatten sich die Throndamen mit Hüten aufgehübscht, eine darunter in der Farbe Rosa. Ihr Mann, Kompanieführer Ernst Möller: „Bei uns zu Hause friert das Toilettenpapier. Anne hat den Hut auf.“

Die Throndamen waren zudem für die Thekentaucher animierend, sangen sie doch immer das Lied „Aloa he aloa he“ von Achim Reichel und imitierten dazu Ruderer. Den Thekentauchern gefiel das so gut, dass sie sich am Montagmorgen vor der Melmschen Hirschapotheke auf die Straße setzten, um es ihnen gleichzutun. Throndame Ulla Upmeyer mimte dazu den Steuermann.

Beim Aussuchen des Thronessens, das immer am Schützenfestsonntag im Festzelt stattfindet, soll König Klaus Büker schon lange vor dem Schützenfest klar gesagt haben, was geht und was nicht: „Es kann alles gegessen werden außer Hasenbraten. Meine Verwandten kommen mir nicht auf den Tisch.“ Bekanntlich regierten Büker und seine Königin Gudrun Buschke den „Hasenthron“.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Bergwacht, hat sich die Schützen-Spaßtruppe MSKK (Mobile-Schützen-Katastrophen-Kolonne) am Montagnachmittag mit den Jubilaren auf dem Schützenplatz versammelt. Zum Geburtstag gab es eine mega-große Flache Hupka-Dupka. Die MSKK-Eigenkreation besteht aus Jägermeister und Wacholder. Die Flasche war so groß, dass selbst Bergwacht und MSKK sie nicht einmal gemeinsam geschafft haben sollen.

Anlässlich des Treffens von Bergwacht und MSSK wurde ein neuer Orden mit der Inschrift „TV“ vergeben. Die Abkürzung steht für „Tagesvollster“. Für die denkwürdige Auszeichnung kam unstrittig nur Jochen Schneider in Frage. Der Schützenbruder erklärte seinen Zustand damit, dass er am Morgen die britischen Soldaten vom 7. Transportregiment aus Bielefeld betreut habe, und die seien ausgesprochen trinkfest.

Sein Zustand, der gar nicht so schlimm gewesen sein soll, hinderte Schneider nicht daran, an der angestrebten Beförderung zum Major zu arbeiten. Den ganzen Montag über wurde er dabei beobachtet, wie er Peter Meier vom Schützenvorstand Bier brachte und sogar Geld zusteckte.

Schützenschock: Der neue König, Sören Grote, trinkt keinen Alkohol. Das brachte Thronadjutant Patrick Bockwinkel und den Festwirt ins Schwitzen. Gut, dass Grote selbst beim Getränkehändler Ehko arbeitet: Er nahm die Nachschub-Bestellung für alkohlfreies Bier selbst in die Hand.

Am Schützenfestsonntag soll wenigstens ein Bundeswehrsoldat vom 5. Panzergrenadierbataillon 212 in Augustdorf Ärger mit seinem Vorgesetzten bekommen haben. Grund war das Thekentauchen, an dem er als Gasttaucher teilgenommen hatte: Dabei werden, wie der Name schon sagt, Interessierte kopfüber in die Theke getaucht. Offenbar hatte der Soldat keine Vorsorge für seine Uniform getroffen.

Kompanieführer Ernst Möller schnappte sich am Sonntagnachmittag vor dem Antreten den Spielmannszug der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Stukenbrock und zog mit ihm von der rückwärtigen Hausseite mit Fanfaren und Trompeten in das Eiscafé am Rathausplatz ein. Dort befand sich zu dieser Zeit die Howe-Kompanie, benannt nach der Adresse von Wolfgang Gronemeier, bei dem sich die Gruppe Schützen regelmäßig trifft. Die Bestellung von zweimal 50 Cappuccino soll dort für reichlich Stress gesorgt haben.

Quelle: Neue Westfälische