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Mai 05

Das Leben kehrt zurück auf den Schützenplatz

Fun-Schießen, Hüpfburg und mehr: Guter Besuch beim Familientag. Pit Jelen wird Zapfenstreichführer.

Schon aus der Ferne ist ein Mix aus Blasmusik, Stimmengewirr und Kinderlachen zu hören, das über den Schützenplatz am Steinbült hallt. Dort toben Mädchen und Jungen auf einer Hüpfburg herum, basteln an einem Maltisch oder laufen über das Gelände. An Stehtischen und Bierzeltgarnituren tummeln sich die Erwachsenen und genießen bei guten Gesprächen das ein oder andere Getränk. „Endlich wieder Leben auf dem Schützenplatz“, sagt Christian Landerbarthold und lässt seinen Blick über das gut besuchte Festgelände schweifen.

Der Oberst und Vorsitzende der Oerlinghauser Schützengesellschaft ist heilfroh, dass mit dem Familientag endlich wieder eine Veranstaltung stattfinden kann. Zwei Jahre lang war das Vereinsleben der Oerlinghauser Schützen durch die Corona-Pandemie nahezu zum Erliegen gekommen. „Nun geht es endlich wieder los“, sagt Landerbarthold und freut sich drauf: „Unser Verein lebt eben von der Geselligkeit und der Gemeinschaft.“

Dass das vielen Mitgliedern und Gästen gefehlt hat, ist an diesem Tag zu spüren. Manche Besucher sind sich monatelang nicht begegnet – und tauschen nun rege Neuigkeiten aus. Gegen knurrende Mägen gibt es Herzhaftes wie die von Jens Dahlke in der vereinseigenen Gulaschkanone zubereitete Erbsensuppe. „Das hat Tradition auf dem Familientag“, sagt Dahlke, während er mit einer großen Kelle auf Bestellung weiße Suppenschüsseln befüllt.

Für die Organisation des Familientags sind traditionell die Chefs und Spieße der vier Kompanien zuständig, die zusammen mit ihren Frauen und Partnerinnen auch hinter den Getränke- und Verpflegungsständen stehen. „Habt Spaß und genießt einfach nur den schönen Tag“, gibt Jochen Schneider, Kompaniechef der Ersten, den Besucherinnen und Besuchern bei seiner Begrüßungsansprache mit – und das machen die Menschen auch.

Stimmungsvolle Musik kommt von den Gardegrenadieren Altenbeken – mit ihren schmucken Uniformen sind sie obendrein ein echter Hingucker. Die Besucherinnen und Besucher nutzen auch rege den Schnupperstand, den die Mitglieder der Bogensportabteilung aufgebaut haben. Unter den fachkundigen Blicken nehmen Groß und Klein einmal selbst die Bögen in die Hand und lassen die Pfeile auf die großen Zielscheiben fliegen.

Am Hochstand findet derweil das Fun-Schießen auf eine große, von Frank Unterkötter gebastelte Holzscheibe statt. An dieser sind diverse kleinere Holzscheiben mit dünnen Holzstäben befestigt, die ein wenig die Form von Löffeln haben. Und genau diese Holzlöffel müssen beim Fun-Schießen heruntergeholt werden. Als beste Einzelschützen werden am Ende Jan und Inga Gnaß sowie Nils Hartmann und André Scherlich ausgezeichnet.

Den großen silbernen Wanderpokal für die beste Kompanie nimmt Thorsten Kerkhoff, Spieß der Dritten, entgegen. „Das werden wir feiern. Unser Kompaniechef gibt dafür bestimmt einen aus“, kündigt Kerkhoff mit einem Augenzwinkern an – wohlwissend, dass Kompanieführer Robin Grote an diesem Tag verhindert ist und sich dementsprechend nicht wehren kann.

„Gutes Wetter, guter Besuch, viele Familien mit Kindern, tolle Musik, ein hervorragendes Spielangebot, begeisterte Kinder: Es war ein rundum gelungener Familientag, für dessen Organisation ich unseren Chefs und Spießen sehr dankbar bin“, lautet das Fazit von Christian Landerbarthold. „Wir freuen uns schon jetzt sehr auf unser Kinderschützenfest Ende Juni und das große Schützenfest im Juli.“

Und dann gibt es an diesem Tag noch eine besondere Nachricht. „Pit Jelen wird in diesem Jahr am Schützenfestsamstag den Zapfenstreich führen“, verkündet Major Eike Kramer. Eine hohe Ehre, die den Offizieren der Oerlinghauser Schützengesellschaft nur einmal in ihrem Leben zuteilwird – und wofür Pit Jelen einen entsprechend großen Applaus erhält.